Schaust Du noch oder archivierst Du schon? Fotos und Filme in Archiven

Archivpflege in Westfalen-Lippe 87/2017

AWL87Das 87. Heft der Archivpflege in Westfalen-Lippe enthält u.a. die Beiträge und Berichte vom diesjährigen Westfälischen Archivtag in Hamm. Dieser war mit fast 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Westfalen und dem gesamten Bundesgebiet der bestbesuchte in der Geschichte der Westfälischen Archivtage. Als Grund für den Erfolg gilt das gewählte Archivtagsthema: „Schaust Du noch oder archivierst Du schon? Fotos und Filme in Archiven“.

Inhalt (u.a.):

– Gunnar Teske: 69. Westfälischer Archivtag am 14. und 15. März 2017 in Hamm
– Markus Köster: „Durch das schöne Westfalen“ – Stadt- und Landschaftsfilme der 1910er bis 1970er-Jahre als kulturhistorische Quellen
– Johannes Kistenich-Zerfaß: Bilder und Töne bewahren – Ein Positionspapier zur Bestandserhaltung
– Nils Brübach: Zur archivischen Erschließung von Filmen und Fotos mit Normdaten
– Frank Schlegel: Die Chancen audiovisueller Archivquellen in Schule und Medienbildung
– Claudia Becker: Fleißig fotografiert – 20.000 plus X. Walter Nies und sein Lebenswerk im Stadtarchiv Lippstadt
– Josef Wermert: Der Filmbestand des Stadtarchivs Olpe im LWL-Medienzentrum für Westfalen in Münster
– Ralf Springer: Archivierung und Nutzbarmachung von Film und Ton. Das Kooperationsmodell des LWL Medienzentrums für Westfalen
– Paul Klimpel und Fabian Rack: Was gemeinfrei ist, muss gemeinfrei bleiben. Über die Unzulässigkeit einer vertraglichen Verlängerung urheberrechtlicher Monopolrechte durch öffentliche Archive
– Tatjana Klein: Soziale Netzwerke: mehr als posten, twittern und bloggen? Möglichkeiten und Chancen bei der Erschließung und Präsentation von Fotos

Download des Heftes 87/2017 der Archivpflege in Westfalen-Lippe:

http://www.lwl.org/waa-download/archivpflege/heft87/Heft_87_2017.pdf

 

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Konferenz zum NRW-Filmerbe

Derzeit wird auf einer Konferenz über das „NRW-Filmerbe“ diskutiert. Es geht um Fragen der Archivierung und Veröffentlichung – und ob man Filmerbe überhaupt auf ein Bundesland beziehen kann. Gespräch mit dem Filmemacher Fosco Dubini.

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Die Sendung ist eine Audio-Datei aus dem Kanal des Podcasts WDR 3 Resonanzen, die man hier downloaden und online anhören kann:

Beitrag aus der WDR 3-Sendung ‚Resonanzen‘ anlässlich der Konferenz zum NRW-Filmerbe in Köln, 26.4.2017

Stahl im Film – Internationales Symposium, 8.-10.9.2017

Vom 8. bis 10. September 2017 bieten das LWL- und das LVR-Industriemuseum Vorträge und Filme zum Thema Stahl. Die Veranstaltung „Stahl im Film“ wird wissenschaftlich begleitet von Prof. Manfred Rasch, Leiter des thyssenkrupp Konzernarchivs, und Prof. Dieter Ziegler, Ruhr-Universität Bochum.

Die Fachvorträge mit Filmausschnitten der internationalen Referenten finden im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg und dem LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen statt. Abends und am Sonntag werden Filme, sowohl dokumentarische wie künstlerische, in voller Länge präsentiert.

Die Filme zeigen Produktion, Arbeitswelt, Arbeitsbedingungen und ihre Veränderungen.

Die Veranstaltung ist kostenlos.

Freitag, 8. September 2017
im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg

Samstag, 9. September 2017
im LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen

Sonntag, 10. September 2017
in der Lichtburg Oberhausen

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pdf_logo Flyer zum Symposium

 

Regisseur Hugo Niebeling 1931-2016

Oscar-nominierter Film-Regisseur im Alter von 85 Jahren gestorben

Am 9. Juli 2016 starb Hugo Niebeling in Hilden. Er wurde 85 Jahre alt. Am 14. Juli wurde er im Kreise seiner Familie und Freunde beigesetzt. Neben einer Oscar-Nominierung 1962 erhielten seine Filme mehrfach den „Deutschen Filmpreis in Gold“ und wurden auch vielfach durch hohe internationale Auszeichnungen geehrt. Er gilt als Mitbegründer sowohl des modernen Industriefilms als auch, wie Hollywood noch kürzlich urteilte, der modernen Musikvideo-Ästhetik; bis zuletzt war er als Regisseur aktiv.

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Hugo Niebeling (1931-2016) im Dezember 2014; Foto: Alexander Tuschinski, CC-BY-SA 4.0

Niebeling gehörte seit den 1950er Jahren zu den bekanntesten und prominentesten Regisseuren des neueren Wirtschaftsfilms und ein Jahrzehnt später auch des Tanz- und Musikfilms. Seine frühen Wirtschaftsfilme, beispielsweise „Stählerne Adern“ (1956), „Stahl – Thema mit Variationen“ (1960) und „Alvorada – Aufbruch in Brasilien“ (1962) gelten als Klassiker des Industriefilms. Abgesehen von der Auszeichnung „Bundesfilpreis/Filmband in Gold“, das die meisten seiner Filme erhielten, wurde „Stahl – Thema mit Variationen“ auf der dokumenta von 1997 in Kassel als bester Industriefilm der Jahre 1957-1997 gekürt; „Alvorada – Aufbruch in Brasilien“ wurde als bisher einziger Wirtschaftsfilm für den Oscar der Filmakademie in Los Angeles nominiert.

Einem breiteren Publikum bekannt machten ihn seine Verfilmungen von Beethoven-Sinfonien, gespielt von den Berliner Philharmonikern unter der Leitung des Dirigenten Herbert von Karajan. Roger Willemsen nannte Niebelings Film zu Beethovens „Pastorale“ eine „Nie wieder erreichte Vervollkommnung der Umsetzung von Musik ins Bild.“

Als „Bild gewordene Musik mit den Mitteln des Körpers“ gelten auch seine Musik- und Tanzfilme, die er beispielsweise mit dem New York City Ballett unter dessen Leiter und Choreographen George Balanchine gestaltete und die ausnahmslos von ihm selbst geschnitten wurden. Bei der Verfilmung des Balletts „Giselle“ von Adolphe Adam mit dem American Ballet Theatre wurde besonders gerühmt, dass der Regisseur mit seinem Team erstmalig zum gleichberechtigten Partner des Choreographen und des Balletts wird – diese „unmögliche Kunst ist erst durch Niebeling für den Film möglich geworden.“

Niebeling wurde am 2. Februar 1931 in Düsseldorf geboren. Sein früher Berufswunsch, Dirigent zu werden, wurde geweckt durch die Schallplatten, die er als Kind in dem von der Großmutter gegründeten Musikhaus in Düsseldorf hörte; hier waren es besonders die Aufnahmen der Klassik, die sein besonderes Interesse fanden. Allerdings verwehrten die Kriegsereignisse und schließlich die Vernichtung der Existenz durch die Bombardierung des Musikgeschäfts in Düsseldorf und die Konfiszierung der nach Mitteldeutschland verlagerten Instrumente, Noten und Platten durch die sowjetische Besatzung die Erfüllung. Der Musik galt jedoch auch fortan seine große Liebe, die sein weiteres künstlerisches Schaffen in ganz besonderer Weise prägen sollte. Einen Teil der Kriegsjahre verbrachte Hugo Niebeling mit seinen Mitschülern erst im Süddeutschen und dann in Thüringen. Dabei wurden sie betreut von dem Kunstlehrer Prechtl, einem Schüler von Paul Klee.

Nach dem Abitur am realgymnasialen Zweig des humanistischen Hindenburg-Gymnasium (heute Humboldt-Gymnasium) Ostern 1951 zog es ihn auf die Theaterbühne. Sein Vater bestand jedoch zunächst auf einer kaufmännischen Lehre, die Niebeling bei dem renommierten Unternehmen Mannesmann absolvierte. Gleichzeitig absolvierte er eine Schauspielausbildung bei einem Mitglied des Ensembles von Gustaf Gründgens. Bei Mannesmann durchliefen die Auszubildenden alle Abteilungen. Als Niebeling in die Werbeabteilung versetzt wurde, sah sich der Schauspieleleve wiederholt mit dem Wunsch konfrontiert, Vorschläge für eine Neugestaltung des 1936/37 von dem Filmavantgardisten Walter Ruttmann realisierten Films „Mannesmann“ zu erarbeiten. Obwohl er sich sträubte, weil s. E. Theater und Film Gegensätze waren, gab er schließlich nach. Seine Vorschläge fanden den Beifall nicht allein seines Abteilungschefs, sondern auch des Konzern-Vorstands, der diese zur Umsetzung einer Filmproduktionsgesellschaft übergab.

Nach erfolgreichem Abschluss seiner Lehre setzte Niebeling das Schauspielstudium fort; den Unterhalt verdiente er sich u. a. als Vertreter für Haarnadeln. Sein erstes Engagement erhielt er am Theater in Augsburg. Dort spielte er kleine Nebenrollen, erhielt jedoch auch die Regie für die Inszenierung des Lustspiels „Leonce und Lena“ von Georg Büchner. Noch im ersten Jahr seiner neuen Tätigkeit sah er sich mit dem Wunsch von Mannesmann konfrontiert, den von ihm während seiner Ausbildung in Düsseldorf vorgeschlagenen Film, dessen Gestaltung durch die Filmproduktionsgesellschaft nicht das Gefallen des Vorstands gefunden hatte, zu realisieren. Er wurde freigestellt und schuf sein Erstlingswerk „Stählerne Adern“. Es war, wie er später in einem Gespräch gestand, die schönste Zeit seines beruflichen Lebens. Er hatte freie Hand und verfügte über alle Möglichkeiten.

Nach Abschluss der Arbeiten kehrte er in sein Engagement nach Augsburg zurück; allerdings nur für kurze Zeit. Denn nachdem der Film die höchste deutsche Auszeichnung, das Filmband in Gold,  erhalten hatte, warb ihn Mannesmann als freien Mitarbeiter seiner neuen firmeneigenen Filmproduktionsgemeinschaft ab. Hier schuf er weitere bahnbrechende Industriefilme. Dabei kam nun der Musik, nicht selten in einer Kombination von Klassik und moderner elektronischer Musik, beispielsweise von Oskar Sala, eine besondere Bedeutung zu. Nach der Trennung von Mannesmann im Jahre 1962 schuf Niebeling weitere herausragende Filmwerke für andere Industrieunternehmen, beispielsweise Aral und Bayer.

In dem Film „Petrol“ wird die bildmusikalische, bildrhythmische Gestaltung noch dadurch gesteigert, dass die Baumaschinen in der Wüste im Takt der Musik von Vivaldi tanzen. Das erregte die Aufmerksamkeit des Dirigenten Herbert von Karajan. Ab den späten 1960er Jahren begann Niebeling, Musik- und Tanzfilme zu drehen, die eine sehr neuartige, von der Musik inspirierte Bildsprache hatten. Diese prägen bis heute den Musikfilm und etablierten erstmals zahlreiche neue  visuelle Techniken. Nach dem Film „Pastorale“, der Musik und Bild durch experimentelle Kameraarbeit, Schnitt und Beleuchtung verschmelzen lässt, drehte Niebeling mit Karajan zusammen Filme zu Beethovens dritter und siebter Sinfonie. Beide wurden von Karajan gegen Niebelings Willen umgeschnitten. Niebelings Schnittfassungen, die 2010 bzw. 2016 veröffentlicht wurden, erhielten zahlreiche positive Rezensionen.

1990 realisierte Niebeling in Eigeninitiative Bachs Johannes-Passion als Spielfilm im Speyrer Dom. Diesen Film – den er fast 30 Jahre lang plante – sah er als eines seiner Hauptwerke. Es handelt sich in der Tat um ein außergewöhnliches Filmprojekt, das sich, wie Joachim Thommes in seiner Düsseldorfer Dissertation von 2008 über das Thema „Die Mannesmann Filmproduktion unter besonderer Berücksichtigung des Filmemachers Hugo Niebeling. Ein Beitrag zur Erforschung des deutschen Wirtschafts- und Industriefilms“ (1947-1987) festgestellt hat, der Einordnung in ein Filmgenre oder der Zuordnung zu einem Gattungsbegriff widersetzt. Das erklärt vielleicht, warum dieser am meisten und immer noch regelmäßig im Fernsehen ausgestrahlte und auch in den Kinos gezeigte Niebeling-Film keine Auszeichnungen erhielt. Die FAZ-Journalistin Ellen Kohlhaas sieht in ihm den „gelungenen Kontrapunkt von Bild und Ton“; der Stoff „wird nicht plan abgebildet, sondern es wird gegen ihn gehandelt und holt ihn so – paradoxerweise – gerade dadurch musikalisch wieder ein.“

Viele weitere große Filmprojekte, u. a. die Matthäus-Passion und die „Chaconne“ für Violine solo, beide von Bach, wurden akribisch bis hin zur schauspielerischen Besetzung und der Auswahl der Drehorte vorbereitet. Die Realisierung scheiterte jedoch aufgrund nicht ausreichender finanzieller Mittel. In den letzten Jahren digitalisierte und restaurierte Hugo Niebeling zahlreiche seiner älteren Werke, um sie in bestmöglicher Qualität zu erhalten. Zudem war er bis zuletzt als Regisseur aktiv – 2015 veröffentlichte er den Kurzfilm „Apotheose des Tanzes“ und half, seine Schnittfassung des Films zu Beethovens siebter Sinfonie zu rekonstruieren.

2013 und 2015 fanden zwei große Retrospektiven zu Niebelings Werken in Berlin und Hollywood statt, bei denen sein Einfluss auf die moderne Filmsprache besonders gewürdigt wurde. Joachim Thommes hat neben seiner bereits erwähnten Dissertation weitere Bücher zu Hugo Niebeling und seinem Schaffen veröffentlicht: „In jeden dieser Filme wollte ich Kunst reinbringen, soviel ich nur konnte“ – Hugo Niebeling, die Mannesmann-Filmproduktion und der bundesdeutsche Wirtschaftsfilm 1947-1987, Essen 2008; Hugo Niebeling- Portrait eines Filmemachers, Essen 2008. Ein ebenso informativer wie einfühlsamer Beitrag von Axel Fuhrmann über Leben und Werk von Hugo Niebeling wurde am 5. Juli 2014 im WDR ausgestrahlt; siehe dazu das Gespräch Fuhrmanns mit Niebeling „Mit Licht schreiben“. Auch Wikipedia informiert über Hugo Niebeling, den das langjährige Wirtschafts- und Industriefilm-Jurymitglied Peter Waury nicht allein als einen Avantgardisten, sondern „als einen in jeder Hinsicht Besonderen“ bezeichnete.

(Prof. Dr. Horst A. Wessel, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf)

Foto: Alexander Tuschinski, CC-BY-SA 4.0
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Erstellt: 31. Dezember 2014

Retten Sie Ihre Videokassetten! (Tagung)

Von der U-matic bis zur VHS-Kassette

Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Kooperation mit dem Arbeitskreis Filmarchivierung NRW am 27. Oktober 2016 (Programm)

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Abb.: Teilnehmer der Tagung „Retten Sie Ihre Videokassetten!“ (Foto: Stefan Przigoda)

In Archiven mit Film- und Videobeständen wird oft eine Vielzahl analoger und digitaler Videoformate aufbewahrt, die aufgrund formatspezifischer Besonderheiten unterschiedlich gefährdet sind und spezielle konservatorische Maßnahmen erfordern. Zu den Videoformaten, die aktuell sehr vom Zerfall bedroht sind, zählt das U-matic-Format. Aber auch jüngere Formate wie die Betacam- oder die weit verbreiteten VHS- und SVHS-Kassetten nähern sich ihrem Lebensende.

Vor allem die Nutzung archivierter Videobestände wird zunehmend komplizierter und eingeschränkter, da sich Kassetten wegen mechanischer Probleme nicht mehr abspielen lassen und Videomaschinen nicht mehr zur Verfügung stehen oder mangels Ersatzteilen nicht mehr repariert werden können. Noch gravierender sind allerdings formatbedingte Schadensarten wie hoher Bandabrieb, Schichtablösungen, Verkleben der Bänder, niedrige Restmagnetisierung oder gar Entmagnetisierung des Bandes, die letztlich zum Verlust der Aufnahmen führen.

Die digitale Sicherung der Videokassetten sollte daher in allen Archiven als unaufschiebbare Aufgabe angesehen und möglichst bald begonnen werden.

Die aktuelle Tagung des AK Filmarchivierung NRW greift anlässlich des UNESCO-Welttages des audiovisuellen Erbes das Thema der Sicherung von Videobeständen auf und will anhand von Beispielen aus der Praxis und Angeboten von Dienstleistern deutlich machen, welche Aufgaben eine Videodigitalisierung mit sich bringt: Von der Sichtung und Bewertung des Ausgangsmaterials über die Erschließung bis hin zur Wahl des digitalen Formats, der Speicherorte und einer Einbindung in Langzeitarchivierungskonzepte.

pdf_logo Programm

Tagungsort:
Katholische Akademie Schwerte

 

 

Modifiziertes Verfahren bei der Antragsstellung „Substanzerhalt Film“

Der Arbeitskreis Filmarchivierung NRW hat gemeinsam mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen einen neuen Verfahrensweg hinsichtlich der  Antragsvorhaben zum „Substanzerhalt Film“ abgestimmt.

Hinweise zur Antragsstellung
Die Kulturabteilung der Landesregierung NRW hat sich bei der Vergabe der Mittel für den Substanzerhalt Film mit dem Arbeitskreis (AK) Filmarchivierung NRW auf eine Kooperation geeinigt. Das Ministerium befindet mit Unterstützung einer von ihr berufenen und durch sie geleiteten Jury, die aus Fachvertretern des AK Filmarchivierung NRW besteht, über die Förderanträge.

Antragsteller mögen bitte beachten:
– Grundlage für den Antrag auf Förderung eines Vorhabens mit Landesmitteln sollte eine Übereinstimmung mit den von Arbeitskreis Filmarchivierung formulierten Kriterien sein.
– Die Bewilligung einer Förderung ist grundsätzlich nur für jeweils ein Kalenderjahr möglich. Die Projekte müssen bis zum 31. Dezember des Bewilligungsjahres abgeschlossen sein. Bei umfangreicheren Maßnahmen zum Substanzerhalt ist die Stellung von  Folgeanträgen ausdrücklich zulässig.
– Der Antrag auf Landesförderung ist grundsätzlich bei der jeweils zuständigen Bezirksregierung (bzw. bei den jeweils zuständigen Dezernaten) zu stellen. Beratung zu Antragsmodalitäten erteilen die zuständigen Bezirksregierungen mit denen auch die jeweiligen Einreichungsfristen abzustimmen sind.
– Zusätzlich ist der Antrag in elektronische Form (PDF) dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Ruth Schiffer (Ruth.Schiffer@mfkjks.nrw.de) und dem Sprecher des AK Filmarchivierung NRW, Herrn Dr. Ralf Springer (Ralf.Springer@lwl.org) zur Kenntnis zu geben. Dies sollte bis zum 30. November des jeweiligen Vorjahres erfolgen, damit eine zeitnahe Begutachtung der Anträge durch die Jury erfolgen kann.

Diese Hinweise finden Sie auch auf der Unterseite „Antragsvorhaben Substanzerhalt Film“ dieser Webseite.

Appell zur Bestandssicherung von Aufzeichnungen auf U-matic

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

in Archiven mit Film- und Videobeständen wird oft eine Vielzahl unterschiedlicher Filmformate sowie analoger und digitaler Videoformate aufbewahrt, die aufgrund formatspezifischer Besonderheiten unterschiedlich gefährdet sind und spezielle konservatorische Maßnahmen erfordern.

Zu den Videoformaten, die aktuell sehr gefährdet sind, zählt das U-matic–Format. Das U-matic–Format ist ein Videoformat in Kassettenform mit ¾ Zoll breitem Band. Für die drei Formate U-matic Low Band, U-matic High Band und U-matic High Band SP wurden Kassetten der Hersteller AGFA, Ampex, BASF, Fuji, Kodak Eastman, Maxell, Memorex, Scotch 3M und Sony mit den Typ- und Konfektionierungsbezeichnungen z.B. BCA-10, BCA-60, KCA-05, KCA-10, KCA-15, KCA-20, KCA-30, KCA-60, UCA-05, UCA-30, UCA-60, KCA-20, KCA-30, KCA-60, KSA-60, KCS-20, KSP-20, SPS-20 eingesetzt.

Die Nutzung archivierter U-matic–Bestände wird zunehmend komplizierter und eingeschränkter, da in vielen Fällen U-matic-Kassetten sich wegen mechanischer Probleme nicht abspielen lassen und U-matic-Videomaschinen nicht mehr zur Verfügung stehen oder mangels an Ersatzteilen nicht mehr repariert werden können. Noch gravierender sind aber formatbedingte Schadensarten wie hoher Bandabrieb, Schichtablösungen, Verkleben der Bänder, niedrige Restmagnetisierung oder gar Entmagnetisierung des Videobandes.

Die Sicherung der U-matic-Bestände sollte daher in allen Archiven als unaufschiebbare Aufgabe angesehen und möglichst bald begonnen werden. Die Sicherungsmaßnahmen sollten sich grundsätzlich auf U-matic-Kassetten beschränken, die originale Aufnahmekassetten oder geschnittene Masterbänder sind, also keine U-matic-Kassetten einschließen, die lediglich Kopien von Film- oder anderen Videoformaten enthalten, zu denen das Ausgangsmaterial noch existiert.

Sie können für die Überspielung von U-matic-Beständen, wenn die Förderkriterien erfüllt werden, Fördermittel aus dem NRW-Programm „Substanzerhalt – Rettet die Filmbilder des Landes“ beantragen.

Für Rückfragen zu Aspekten der Bestandssicherung und zur Antragstellung stehen Ihnen die Mitglieder des AK Filmarchivierung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Die Mitglieder des Arbeitskreises Filmarchivierung NRW

pdf_logo Appell zur Bestandssicherung von Aufzeichnungen auf U-matic (29.4.2014)